Dienstag, 28. August 2007

Village Viking d'Eu

Im Sommer 2007 führte mich mein Hobby zum zweiten Mal ins Ausland. Diesmal länger als jemals zuvor. 10 Tage lang belebten wir mit dem FFC das Village Viking d'Eu in Eu in der Normandie, Frankreich.


Am Rande der Stadt wurde ein fiktives Dorf mit Motte aufgebaut, um die wir mit unseren Zelten Gassen und Plätze bildeten. Darsteller aus aller Herren Länder versammelten sich dort, so dass insgesamt ca. 500 Darsteller vor Ort waren. Egal ob Händler, Zivilist oder Kämpfer. Alle Berufs- und Menschengruppen des Mittelalaters waren versammelt.


Die Stadt Eu versorgte uns täglich mit Lebensmitteln und Trinkwasser, so dass wir für die Besucher und Touristen rund um die Uhr ansprechbar waren. Wir kochten, handwerkten und kämpften jeden Tag. Die Besucher stellten uns Fragen, fotografierten und filmten uns. Nach 7 Tagen gab es eine große Party der Stadt Eu für alle Darsteller mit Live-Musik.

In der letzten Nacht überraschten uns heftige Regengüsse, so dass wir am nächsten Tag knöcheltief im Wasser standen und alle Zelte und Habseligkeiten nass einpacken mussten. Trotz dieser Widrigkeiten wird mir dieses Lager lange in Erinnerung bleiben.

Meine Portrait-Bilder und mein Foto-Album findet man in externen Foto-Diensten.

Samstag, 28. April 2007

Erster Berlin Brandenburger Heerbann

Durch die Kontakte im FFC kam es, dass wir mit der IG MADS auch andere Veranstaltungen besuchten.

Im April 2007 besuchten wir den ersten Berlin-Brandneburger Heerbann unter der Leitung von Odo von Craien in Bruchmühle. Diese sogenannte "Multiperiod-Veranstaltung" bringt Mittalalter-Darsteller aller Art zusammen. Auf dem Heerbann werden Kampfworkshops und Handwerk ausgetauscht. Für alle Personengruppen ist da etwas dabei.

Meine Fotos findet ihr in meinem Picasa-Album.

Heutzutage findet das Lager jedes Jahr Ende April in Schenkendorf bei Berlin statt.





Freitag, 20. Oktober 2006

Die große Schlacht von Hastings 2006

Nach diversen Pflichtveranstaltungen und einige Blessuren und Erfahrungen später sollte unser großes Ziel in greifbare Nähe rücken. Das, worauf alle FFC'ler monatelang, teilweise jahrelang, hingearbeitet hatten, stand endlich an: Die Fahrt nach Battle (GB) zur Battle of Hastings 1066-2006.

Von Chemnitz aus hatten wir einen mächtigen Ritt vor uns. Mit 2 Transportern zu je mindestens 5 Personen und reichlich Gepäck brachen die IG MADS abends gegen 19 Uhr auf. Bis Calais kamen wir hervorragend durch. Dort angekommen mussten wir nachts um zwei allerdings auf die nächste Fähre warten - mittlerweile hatten wir den zweiten Transporter hinter uns gelassen. Der eine nutzte die Zeit zum schlafen, der andere um sich die Beine zu vertreten. Ich lief im Hafen auf und ab und nutze die Zeit mich etwas umzusehen. Irgendwie wäre es auch nicht weiter aufgefallen, wenn ich dort ein Schild "Beware of Sharks" gefunden hätte. Denn absonderliche Schilder gab es an jeder Ecke. 

Irgendwann ging es dann auch mal auf die Fähre und Richtung Schlachtfeld. Auf der Fähre haben wir einige andere Mitstreiter des FFC aus NRW getroffen und eine äußerst lustige Überfahrt verbracht. Wir vereinbarten getrennt nach Battle zu fahren. Die einen wollten entlang der Küste fahren, um Dover-Castle zu bestaunen, wir wollten direkt nach Battle durch Innenland fahren.

Der Linksverkehr war anstrengend, aber machbar. In Battle angekommen, stellten wir fest, dass wir noch nicht auf den Zeltplatz durften. Schließlich war es erst knapp 7 Uhr morgens. Nach so vielen Stunden des Sitzens waren wir aber so ungeduldig und wollten nicht länger in dem kleinen Transporter eingezwängt sein. Mittlerweile hatte sich der Duft von Fellen mit dem der Menschen und diversen metallischen Gegenstände vermischt, so dass es im Transporter auch eher ungemütlich wurde.

So liefen wir also etwas planlos durch Battle. Schauten uns die Kirche an, die gegenüber dem Gelände der Battle Abbey steht und gingen dann deftig und englisch frühstücken. Die alte Dame hinter der Theke war ausgesprochen freundlich und fragte sogleich, ob wir Darsteller der Battle of Hastings wären. Als wir ihr sagten, dass wir extra aus Deutschland angereist wären und auf der "Siegerseite" stehen würden, war sie total begeistert und wünschte uns fröhlich trällernd "join it".

Und das haben wir. Eigentlich ist jedes Wort zu schwach um die Erlebnisse jener Tage zu beschreiben. Die Lager, die Menschen, das Publikum und die Touristen, einfach alles läuft noch heute wie in einem Film vor meinem geistigen Auge ab. Als ich am ersten Schlachttag dann erfuhr, dass ich als "first aid" mit auf den Senlac Hill darf und quasi am Fuße des Berges die Schlacht live miterleben würde, ging für mich ein Traum in Erfüllung. So nah dabei sein zu können, das war phänomenal.

Vor der Schlacht wurden die Kämpfer durch einen Geistlichen gesegnet. Es war fantastisch, das Meer von grün-roten Schilden zu sehen, die sich nach und nach niederknieten oder zumindest ehrfürchtig das Haupt senkten. Dann erster Angriff, zweiter Angriff, Gegenangriff, Reiter stürmen das Schlachtfeld, Bogenschützen ranntebn, Menschen fielen, ein großes Getümmel. Und schwupp war die Flagge erobert und der Kampf gewonnen. Im nachhinein kommt es mir nicht mehr so vor als habe das alles fast 5 Stunden gedauert.

Am zweiten Schlachttag das gleiche Spektakel. Allerdings blieb ich im Lager, da auch andere der Gruppe die Chance haben sollten alles ganz nah zu erleben. Und irgendwie sollte ich mich um die Feuerstelle kümmern und wurde dann vom Klicken eines Fotoapperates wach...ich war am Feuer eingeschlafen und muss im Stroh an der Feuerstelle liegend ein aschenputtelgleiches Bild geboten haben. Die Touris fanden es jedenfalls "marvelous". Ich will nicht wissen, in wie vielen privaten Fotoalben ich auftauche :)

Abends wurde reichlich gelacht, gequatscht, über die Erlebnisse diskutiert und die Gemeinschaft gepflegt. Große Erfolge müssen schließlich groß gefeiert werden.

Und nach 4 Tagen ging es dann leider auch schon wieder zurück in die Realität ...

Montag, 24. April 2006

Das erste Pflichttraining ...

... fand im April 2006 auf Burg Herzberg statt.

Voller Elan und Aufregung fuhr ich (zu der Zeit noch Studentin) mit der IG MADS (Interessengemeinschaft Mittelalterlicher Darstellung in Sachsen) von Chemnitz aus nach Hessen. Das sogenannte "Marsfeld" ist das Pflichttraining eines jeden FFC'lers am Anfang des Jahres. Dann erwacht alles aus dem Winterschlaf. Die Ausrüstung wird überprüft und der Trainingsstand unter die Lupe genommen.

Als jüngste Truppe (altersmäßig und Dauer) in der großen Gemeinschaft der edlen Herren, Kämpfer und Mägdelein sind wir in einem wirklich rudimentären Ausrüstungsstand zu diesem Treffen aufgebrochen.


Ich erinnere mich noch gut, dass keiner von uns auch nur annähernd eine komplette Ausstattung an Kleidung, Schuhen, Koch- und Essgeschirr hatte. Aber wir hatten so große Freude an dem neuen Hobby, dass wir unser Bestes gaben.

Mit ca. 8 Mann schliefen wir in einem Zelt, welches höchstens für 4 gereicht hätte. Im Nachbarzelt bot sich ein ähnliches Bild. Wie die Ölsardinen, mehr oder weniger eng aneinander gekuschelt, versuchten wir, nach einem kräftigen Besäufnis, die erste Nacht hinter uns zu bringen. Zimperlich darf man da nicht sein. Pupsen von rechts, Schnarchen von links. Wind und Wetter draußen. Viele fremde Geräusche und Tiere, die mit dir den Schlafsack teilen wollen.

Und zu meinem persönlichen Verhängnis wurde der Regen. Am nächsten Morgen erwachte ich mit eiskalten Füßen. Eigentlich hatte ich mich mit Wollsocken und Jogginghose gut gerüstet für diese kalte Aprilnacht, aber womit ich nicht gerechnet hatte: Das Zelt stand am Hang. Deshalb bin ich nachts unter der Zeltwand hindurch gerutscht und habe meinen Füßen ein schönes Freiluftbad gegönnt. Leider hat sich der Schlafsack dabei schön vollgesaugt. That's life!

Tagsüber gab es einige Schwierigkeiten mit denen wir zu kämpfen hatten: Wie sollten wir kochen, wenn wir keinerlei authentisches Koch- und Essgeschirr haben? Wie sollen wir denn z. B. Milch in den Kessel schütten, ohne dass man den Tetrapack sieht (schließlich ist die Milch ja darin verpackt)?
Das Umdenken Verpackungen im Zelt zu öffnen und dann den Inhalt erst mit nach draußen zu nehmen kam uns so spontan nicht. Dafür gab es auch eine ordentliche Rüge vom Quartiermeister. Ich weiß noch, dass er ein Stück Kreide hervor holte und in unserem Lager alles markierte was nicht authentisch war - und das war leider sehr viel. Überall Kreidekreuze...

Das Wochenende hat sich aber gelohnt. Man entwickelte ein Gespür dafür, was wann wie gemacht werden kann. Kleidungstechnisch gab es außerdem noch gute Tipps. Und bis Hastings sollte noch viel Wasser den Rhein herunter fließen.

Sonntag, 11. Dezember 2005

Gründung der Interessengemeinschaft Mittelalterliche Darstellung in Sachsen

Im Laufe des Jahres 2006 gründeten die Mitglieder der Schwertkampfkurses der TU Chemnitz (fast ausnahmlos alle Studierende), die auch an größeren Veranstaltungen und längerfristigen Ausübung des Hobbys "Mittelalter" interessiert waren die Interessengemeinschaft Mittelalterliche Darstellung in Sachsen - kurz: IG MADS.

Wir bastelten unsere Tuniken und Kleider, Pfeile, Bögen und sonstigen Materialien meistens in der Gruppe - mit viel Spaß :)